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Sucht nach Geschwindigkeit

Haben Sie mal einem Mann in die Augen geschaut, wenn er einen Porsche erblickt? Derselbe Blick stellt sich ein, wenn er an der Theke sitzt und sein Feierabendbier bestellt. Ob das was mit Testosteron zu tun hat? Kann schon sein. Zumindest ist der Effekt bei Frauen weitaus seltener anzutreffen.

Der männliche Trieb nach Geschwindigkeit, Freiheit und Rasanz ist eine Tatsache, die wohl kaum zu leugnen ist. Um das zu bestätigen, muss man nur einmal den Fernseher einschalten und sich die Werbekampagnen von führenden Zigaretten- oder Automobilherstellern anschauen. Werbung, die an den Mann gerichtet ist, zielt darauf ab, die Lust an Abenteuer und Unabhängigkeit zu wecken. So ist es doch der Sheriff, der cool durch die Prärie reitet oder der kecke Businessman, der lässig in seinen neuen Sportwagen steigt, um die Mädels an der Bushaltestelle zu beeindrucken.

Ja, man kann schon sagen, dass es im Naturell des Mannes liegt, diese Leidenschaften an den Tag zu legen. Wäre ja auch schlimm, wenn sich nicht nur die Frauen, sondern auch die Männer an den
Wühltischen in den Kaufhäusern zu schaffen machen würden. So hat jedes Geschlecht seinen eigenen Agitationsraum.

Die Frage, der nachgegangen werden soll, ist: Wann zeichnet sich der Wunsch nach Geschwindigkeit und Unabhängigkeit beim Mann ab? Dazu muss man nur einmal einen kleinen Jungen betrachten, wenn er das erste Mal auf sein Kettcar steigt. Der Glanz in den Augen ist für die Meisten, besonders die Mütter, unvergesslich. Fast so, als würde Weihnachten, Ostern und der Geburtstag auf einen Tag fallen.

Das Entzücken, welches die Mutter bei diesem Anblick zu empfinden vermag, schlägt aber schnell in Entsetzen um, wenn der kleine Ben-Moritz plötzlich mit seinem Tretfahrzeug den ganzen Berg hinuntersaust. Spätestens dann weiß man: Das Kind hat seine Leidenschaft für Geschwindigkeit entdeckt – und ist ab jetzt nicht mehr aufzuhalten. Das heißt jetzt im Umkehrschluss aber nicht, dass Mädchen keine Freude für das Kettcar aufbringen können. Auch ihnen bereitet es große Freude, mal die Puppen aus der Hand zu legen und sich auf sportliche Weise mit dem anderen Geschlecht messen zu können. Für den Autokauf später spielt das aber keine Rolle. Will nicht schließlich jeder einen Porsche fahren?